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Nicht nur die Psychoanalyse mußte in den Jahren 1968ff. überraschende und irritierende Opposition erleben und verarbeiten. Auch die »akademische« Psychologie sah sich nach einer langen Phase betriebsamer Monologie mit heftiger inhaltlicher und formaler Kritik konfrontiert. Anfangs konnte die mit der Studentenbewegung eng verbundene »kritische Psychologie« an Boden gewinnen (zumal die akademische Psychologie eine ganze Reihe von inhaltlichen und organisatorischen Schwächen und Problemen aufwies, die Kritik geradezu herausforderten). Sie wurde zumindest für einen wichtigen Teil einer ganzen Generation von Studenten zum prägenden Leitmotiv des Psychologieverständnisses — nicht nur an der Universität, sondern weit darüber hinaus.
Der Erfolg der psychologiekritischen Bewegung war jedoch nur von geringer Dauer. Nach einer kurzen Pause der Überraschung und Defensive gewann die institutionelle Normalität ihr (Definitions- und Organisations-)Monopol zurück — was ihr um so leichter fiel, als die »kritische Psychologie« selbst innerlich zerstritten war, die Steigerungszwänge der Radikalisierung und Esoterik nicht aufhalten und letztlich keine stabilen thematischen und organisatorischen Strukturen entwickeln konnte. Abgesehen von einigen wenigen innerinstitutionellen Stützpunkten (Berlin, Oldenburg, Bremen) ist von »kritischer Psychologie« in der Universität wenig geblieben. Sie ist deshalb jedoch nicht spurlos verschwunden. Es gibt einen nach wie vor vitalen — parainstitutionellen — Diskurs. Und es gibt vor allem jene Generation, die ihre gesellschafts- und psychologiekritische Identität weiterentwickelt hat (bzw. weiterentwickeln mußte) und die nun in vielen Bereichen aktiv ist.
Wie sieht die Entwicklung des von dieser Bewegung initiierten Paradigmas der Psychologie aus? Wie hat die erste Generation der kritischen Psychologen die (erforderlichen, unvermeidlichen) Veränderungen verarbeitet? Und wie stellt sich die Auseinandersetzung um die Identität der Psychologie für die nachf