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»Volle Befriedigung« an der Universität habe er im physiologischen Labor seines Lehrers Ernst Brücke gefunden, teilt Freud in seiner »Selbstdarstellung« mit. Wie wir wissen, hätte er nur zu gerne eine akademische Karriere als Physiologe angestrebt. Er mußte diesen Plan aber mangels Aufstiegsmöglichkeiten aufgeben und sich für eine Privatpraxis entscheiden. In den folgenden Jahrzehnten war und blieb Freud Außenseiter der akademischen Welt. Nachdem er sich 1895 in Neurapathologie habilitiert hatte, mußte er mehr als 11 Jahre warten, bis er zum Extraordinarius der medizinischen Fakultät ernannt wurde.
Je weiter er in der Entwicklung der Psychoanalyse voranschritt, desto mehr entfernte er sich von der akademischen Medizin. Er verstand seine Lehre schließlich als »ein Stück Psychologie, auch nicht medizinische Psychologie im alten Sinne oder Psychologie der krankhaften Vorgänge, sondern Psychologie schlechtweg, gewiß nicht das Ganze der Psychologie, sondern ihr Unterbau, vielleicht überhaupt ihr Fundament«. Aus dieser Formulierung wird klar, daß Freud nicht etwa ein harmonistisches Ergänzungsverhältnis zur akademischen Psychologie, sondern eine wirklich »fundamentale« Neubestimmung sowohl des psychologischen Gegenstandes als auch der psychologischen Methode anvisierte. Indem er seine Lehre als Psychologie des Unbewußten deklarierte, trat er der akademischen Psychologie, die damals als Gegenstand wissenschaftlicher Psychologie allein das Bewußtsein gelten ließ, entschieden entgegen: »Nein, die Bewußtheit kann nicht das Wesen des Psychischen sein, sie ist nur eine Qualität desselben und zwar eine inkonstante Qualität, die viel häufiger vermißt wird, als sie vorhanden ist. Das Psychische an sich, was immer seine Natur sein mag, ist unbewußt«.
Kein Wunder, daß ihm die akademischen Psychologen überwiegend mit Befremden, wenn nicht mit unverhohlener Ablehnung begegneten. Soweit sie naturwissenschaftlich ausgerichtet waren, brachten sie für den psychologischen Gehalt von Freuds A