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Heinz Kohut und seine Selbstpsychologie sind vor 20 Jahren kometenhaft am Himmel der Psychoanalyse erschienen und haben großes Aufsehen erregt. Begriffe wie Empathie, horizontale und vertikale Spaltung des Selbst, Fragmentierung, Selbstobjekte, Spiegelübertragung, Zwillingsübertragung, Alter-Ego-Übertragung usw. waren unmittelbar einleuchtend und veränderten die Theorie wie auch das Verständnis und den Umgang mit Patienten. Inzwischen ist es still geworden um Kohut und es ist an der Zeit zu reflektieren, wie die Selbstpsychologie sich weiterentwickelt hat. Das Buch erfüllt diese Aufgabe sehr gut.
Es gründet auf den Vorträgen eines Symposiums, das im Juni 1988 in Dreieich bei Frankfurt stattfand und bei dem namhafte Vertreter der heutigen Selbstpsychologie Vorträge hielten. Ernest S. Wolf, Chicago, sprach über grundsätzliche Aspekte des Selbst sowie zum therapeutischen Prozeß. Anna Ornstein, Professorin für Kinderpsychiatrie in Cincinnati, gab eine klinische Darstellung und auch Teilnehmer stellten ihre Fälle zur Diskussion. Es wurden für die Alltagsarbeit wichtige und hilfreiche Phänomene, wie z. B. die Unterbrechungen der Empathie, die als Wiederholungen traumatischer Erfahrungen erkannt werden können, erörtert. Paul H. Ornstein, Cincinnati, stellte die Entwicklung der Selbstpsychologie dar. Joseph D. Lichtenberg, Washington, repräsentiert eine weitere wichtige Entwicklungslinie der Selbstpsychologie, die empirische Forschung, die sich z. B. auf die direkte Beobachtung der Interaktionen zwischen Kleinkindern und ihren Müttern bezieht. Lichtenberg ist schon seit Jahren mit entsprechenden Veröffentlichungen in Deutschland bekannt geworden. Auf dem Symposium