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Im Korrespondenzblatt der Internationalen Psychoanalytischen Zeitschrift XIV, 1928, schreibt Wera Schmidt aus Moskau über das 1. Quartal 1928 der Russischen Psychoanalytischen Vereinigung: »Die äußeren Bedingungen haben sich augenblicklich günstiger gestaltet. Was der Vereinigung aber besonders fehlt, sind eine größere Anzahl gut ausgebildeter Analytiker, mit denen man ernste Arbeit in verschiedenen medizinischen Sphären und Einrichtungen beginnen könnte.«
1931 gab es in der Russischen Psychoanalytischen Vereinigung 17 ordentliche und 5 außerordentliche Mitglieder.
Im Dezember 1990 besuchte Dr. Aron Belkin, Direktor des National Center of Psychoneuroendocrinology, Moskau, mit zwei Mitarbeitern die Wiener Psychoanalytische Vereinigung, vor der er über die Lage der Psychoanalyse in der Sowjetunion einen einstündigen Bericht gab. Die Psychoanalyse, die »Freudismus« heißt, ist wieder erlaubt. Eine Übersetzung von ausgewählten Schriften Freuds, die Dr. Belkin herausgab, war innerhalb von zwei Tagen ausverkauft; die Auflage betrug 100000.
Dr. Belkin und seine Mitarbeiter betonten, daß sie nicht neu beginnen wollten, sondern dort weitermachen, wo Wera Schmidts Bericht enden mußte. Im Klartext heißt das, daß die russische Psychoanalyse Hilfe braucht. Es gibt dafür zwei Möglichkeiten: Die eine wurde von der IPV angeboten: Russische, an Psychoanalyse interessierte Ärzte und Psychologen müßten sich im Westen ausbilden lassen. Sicherlich, wer immer aus Rußland kommend sich eine solche Ausbildung erwerben kann, verdient unsere Unterstützung. Aber auf diese Weise die Psychoanalytische Vereinigung in Rußland aufzubauen, scheint mir nicht der richtige Weg zu sein. Warum, ist leicht einzusehen: Wer eine sieben- bis achtjährige Analyse im Ausland hinter sich gebracht hat, mag in vielen Fällen nicht mehr nach Rußland zurückgehen.
Mein Vorschlag ist ein anderer: Ein Kuratorium sollte die nötigen Mittel aufbringen, um zwei oder drei Analytiker aus dem Westen nach Moskau zu senden und dort i