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Im Zuge der Umbrüche und Veränderungen, die durch das Ende der deutschen Teilung hervorgerufen werden, sollte auch die Frage danach nicht vergessen werden, inwiefern sich die Geschichte der Nachkriegszeit mit ihren komplementären Ideologien Antikommunismus/Antikapitalismus in die Wissenschaften eingeschrieben und in ihren Grundlagen verankert hat. Diese Frage mag für die eine Wissenschaft mehr, für die andere weniger von Bedeutung sein, für die Sozialwissenschaften im weitesten Sinne entscheidet sich an ihrer Beantwortung deren Relevanz und Reichweite für die Bearbeitung und Reflexion der zukünftigen Aufgaben. Mögen ökonomische und juristische Probleme derzeit im Vordergrund stehen, langfristig geht es um Probleme einer Kultur, die ohne Außenfeind und Systemwettbewerb zu einem Selbstverständnis finden muß, das die inneren Konflikte und Ungleichzeitigkeiten aus eigener Kraft zu balancieren hilft. In diesem Kontext sind auch die Wissenschaften gefragt, nicht weil sie ein solches neues Selbstverständnis entwerfen könnten, wohl aber in dem Sinne, daß sie einen Aufklärungsprozeß initiieren, der vor den eigenen Toren nicht Halt macht und durch den die Determinanten des aktuellen Status quo neu beleuchtet werden.
Aufklärung im eigentlichen Sinne des Wortes meint nicht die wissenschaftliche Analyse, wiewohl diese ihr wichtigstes Mittel ist, sondern zielt ab auf Selbstreflexion, wobei dieses Selbst nicht nur ein individuelles ist, sondern ebenso dasjenige der Gesellschaft, der sozialen Gruppe etc., also dasjenige all der sozialen Institutionen, die aus der Grenzziehung von Innen und Außen ein eigenes Selbstbewußtsein hervorbringen, das für ihre Mitglieder eine identitätsstiftende Funktion hat. Jede Gesellschaft und so auch unsere tendiert dazu, die Konflikte des Zentrums an der Peripherie zu agieren wie das Subjekt die seinen in der Neurose. Das mag zeitweilig funktionieren, in dem Moment aber, in dem die Grenzziehungen nicht mehr funktionieren oder einfach verschwinden, kehr