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Åredal hat die Protokolle einer Arbeitsgruppe analysiert, die zwischen Dezember 1975 und Juni 1976 die Aufgabe hatte, Vorschläge für eine Neuordnung des Vergütungssystems für schwedische Zahnarztpraxen im Rahmen der staatlichen Gesundheitsversorgung auszuarbeiten. Methodisch orientiert sich Åredal an der von dem schwedischen Wissenschaftstheoretiker Carl Lesche ausgearbeiteten Metatheorie des psychoanalytischen Verfahrens (vgl. dazu Lesches Artikel »Die Notwendigkeit einer hermeneutischen Psychoanalyse« in Psyche 1/1986).
Da in den Privatpraxen sehr viel bessere Verdienstmöglichkeiten bestehen als im Rahmen der allgemeinen schwedischen Volkszahnfürsorge, ergibt sich eine Abwanderung der staatlich angestellten Zahnärzte in Privatpraxen. Um diese Abwanderung zu stoppen, sollten die Verdienstmöglichkeiten im Rahmen der allgemeinen Volkszahnfürsorge verbessert werden. Umstritten war in der Kommission, ob das zahnärztliche Honorar nach Arbeitszeit, nach Leistung oder entsprechend einem kombinierten Kriterium berechnet werden solle. Unter dem Einfluß eines unausgesprochenen Tabus, wonach man an Patienten eigentlich gar nicht verdienen solle, formulierte die Kommission eine wenig brauchbare Maxime, wonach der einzelne Zahnarzt weder zu viel, noch zu wenig verdienen solle. Åredal glaubt, daß die soziale Kontrolle innerhalb der für das schwedische Sozialsystem generell repräsentativen Beratergruppe dem Muster des Prokrustes-Mythos folgt. Die staatliche Gesundheitsversorgung trat in der Rolle des Riesen Prokrustes auf, lud müde Pilger (die Privatzahnärzte) zu Essen und Trinken ein und bot ihnen ein Bett zur Erquickung an, was sie dankbar annahmen. In diesem Augenblick änderte der Gastgeber jedoch sein Verhalten: War der Gast zu lang für das Bett, so wurden die Beine abgehackt, war er zu kurz, dann wurde er gestreckt, bis er den Maßen des Bettes entsprach. In gleicher Weise zielte das Handlungsmuster und die Zielsetzung der Beratergruppe auf bewährte Konformität, auf Standardis