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Um — ganz unüblich — mit den Gefühlsreaktionen zu beginnen: Ein Buch wie das hier besprochene legt der Rezensent nicht unberührt aus den Händen. Sympathie und Wehmut sind wohl die faßlichsten Gefühle, die von den hier versammelten Texten ausgelöst werden, vielleicht, weil dies auch vorherrschende Gefühle waren, die den Verfasser bewegten, als er die Texte schrieb. Diesen fehlt jedoch keineswegs die wohltuende intellektuelle Distanz, die das Engagement des Autors erst der Kommunikation zugänglich macht; sie stürzen aber auch nicht ab in den Orkus der Phraseologie, in dem seit 68 leider viele linksintellektuelle »Diskurse« untergingen. Und daraus macht Dahmer keinen Hehl: Sein Engagement verbindet ihn mit einer »Kommunikationsgemeinschaft, zu der […] die 68er Bewegung […] zusammengeführt hatte« (S. 120).
Im konkreten Falle war dies die Diskussionsgemeinschaft mit Alexander Mitscherlich, Klaus Horn und Alfred Lorenzer am Frankfurter Sigmund-Freud-Institut, »Weggefährten«, denen der zweite Teil des Buches instruktive Aufsätze widmet, die hier — bis auf zwei Ausnahmen unveröffentlichter Texte — nach ihrer Erstpublikation noch einmal gesammelt worden sind. »In diesem Rahmen tauchte erstmals die Formel auf, die Psychoanalyse sei eine auf die vergesellschafteten Individuen, Subjekte, bezogene kritische Theorie, die die auf die gesellschaftlichen Institutionen, die Objektivität bezogene Marxsche ergänze und kritisiere« (S. 132). Psychoanalyse und Marxismus nicht als undefinierbares Amalgam benutzend, vielmehr beider kritisches und längst nicht ausgeschöpftes Potential nutzend, um die erstarrten Gehäuse aufzubrechen, in die Freudsche und Marxsche Kategorien gesperrt wurden, wann immer sie dem unvermeidlich erscheinenden Schicksal aller lebendigen Gedanken verfielen, in Scholastik oder in Terror zu münden drohten, ist Anliegen aller hier versammelten Texte.
Ein solches Engagement führt zwangsläufig zu zwei einander ergänzenden Strategien des Nachdenkens — zum einen zur historisc