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Mehr als manch anderer hat sich Paul Parin, indem er der Psychoanalyse ein umfangreiches Tätigkeitsfeld, die Ethnologie, erschloß, als »wahrer« Erbe Freuds erwiesen. In zahlreichen Aufsätzen und vor allem in seinen umfangreichsten Werken, den Feldstudien Die Weißen denken zuviel und Fürchte deinen Nächsten wie dich selbst, aber auch in Widerspruch im Subjekt und in der mit Goldy Parin-Matthèy verfaßten Aufsatzsammlung Subjekt im Widerspruch hat er gezeigt, daß nur ein kreativer, undogmatischer Umgang mit der Psychoanalyse diese weiterbringen kann.
Den zu seinen Ehren gesammelten Essays haben die Herausgeber, L. Bryce Boyer und Simon A. Grolnick, zwei Aufsätze Parins aus den beiden zuletzt genannten Werken vorangestellt: »Freedom and Independence: On the Psychoanalysis of Political Commitment« und »The Mark of Oppression: Jews and Homosexuals as Strangers«. Abgesehen vom flüssigen, luziden Stil, der sehr stark an Freud erinnert, weist schon der Inhalt des ersten Essays klar nach, wie dieses Erbe aussehen kann und muß. Parin analysiert darin die »Reaktionen« von vier Patienten auf die Ereignisse in der Tschechoslowakei im August 1968. Wenn nun die Affekte der Untersuchten frühen Kindheitserfahrungen korrespondieren, sei das noch lange kein Grund, eine strikte Trennlinie von gesund und krank zu errichten. Eine Vorgehensweise, die im übrigen nicht nur orthodoxen Psychoanalytikern, sondern auch Ethnopsychoanalytikern, Georges Devereux etwa, oft zueigen war.