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Sigmund Freuds weltweit großer Einfluß auf das Leben unzähliger Menschen im 20. Jahrhundert erhielt im Jahre 1989 anläßlich seines 50. Todestages am 23. September 1989 verschiedene Formen der Anerkennung: Bücher, Sondernummern oder ganze Teile von Fachzeitschriften, Lesungen, Ausstellungen, Tagungen etc. Eine der Tagungen fand vom 29. Mai bis 2. Juni in Wien statt und war dem Themenkreis »Philosophie und Psychoanalyse« gewidmet. Psychoanalytiker und Philosophen aus den USA und den Niederlanden, aus der Bundesrepublik Deutschland, aus Frankreich, Italien und Österreich hielten Referate und diskutierten in einer großen engagierten Zuhörerschaft. Viele Teilnehmer regten an, die Vorträge in Buchform zu veröffentlichen, ein Wunsch, dem die Herausgeber der vorliegenden Schrift in verhältnismäßig kurzer Zeit nachgekommen sind.
Im Mittelpunkt der meisten Vorträge — es waren insgesamt 16 — standen zwei Hauptthemen: 1. Freuds Verhältnis zur Philosophie und 2. die Beziehungen der zeitgenössischen Philosophie, der Philosophiegeschichte und der Wissenschaftstheorie zu Freuds Werk. Beim ersten Thema tauchten kaum größere Probleme auf. Sowohl Freuds Distanz zur Philosophie als auch seine Versuche, Verbindungen zwischen Psychoanalyse und Philosophie herzustellen, wurden beschrieben und kommentiert. Auch gab es anscheinend keine nennenswerten Schwierigkeiten, das philosophische Vor- und Umfeld der Freudschen Theorie zu präsentieren.
Zur internen Logik des psychoanalytischen Gesprächs wurden hingegen Stimmen laut, die einerseits wissenschaftstheoretische Einwände brachten und andererseits hermeneutische Rekonstruktionsversuche zur Diskussion stellten. Die Organisatoren des Wiener Symposiums hatten beabsichtigt, die volle Breite der Auseinandersetzung adäquat zu vermitteln, die seit gut 10 Jahren im Gange ist und die sich um die Möglichkeiten und Grenzen einer psychoanalytischen Theorie dreht, die Anspruch auf Kausalerklärungen erhebt und zugleich bemüht ist, krankmachende und gesundhei