You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Max Sterns Leben war von Vertreibung und Emigration gekennzeichnet. Nach Medizinstudium und psychiatrischer Ausbildung in Deutschland floh er vor den Nazis nach Palästina, bildete sich dort zum Psychoanalytiker aus und emigrierte schließlich 1947 in die USA, wo er bis zu seinem Tode 1982 lebte.
In den vier Jahrzehnten seiner psychoanalytischen Tätigkeit schrieb er zwar nur 18 wissenschaftliche Arbeiten. Mit ihnen avancierte er auf dem Gebiet der Traumaforschung jedoch zu einem Klassiker. Sein Ziel war es, zu einer Neuformulierung der psychoanalytischen Theorie beizutragen, indem er auf moderne biologische Prinzipien zurückgriff. Offenbar sah er auch hier, in der Anwendung der Naturwissenschaften auf die Psychoanalyse, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten.
In den frühen Arbeiten aus den fünfziger Jahren hatte er sich noch ganz im Rahmen der klassischen Theorie bewegt, infantiles Trauma und pavor nocturnus in Zusammenhang mit Urszene und sexueller Überstimulation gedeutet und die kindliche Angstneurose als Kern der Erwachsenenneurose aufgefaßt. Schon damals war er von der Theorie Selyes fasziniert, die auch im vorliegenden Werk einen Schwerpunkt seiner Argumentation bildet. Die posthume Herausgabe des vorliegenden Buches verdanken wir seiner Frau Bendix Stern. Der Psychiater und Psychoanalytiker Fred Levin schrieb dazu eine ausführliche Einleitung, in der er weit über Sterns Thema hinaus den Stand der neurophysiologischen Forschung zu Schlaf, Lernen und Gedächtnis resümiert.
Im ersten Kapitel diskutiert Stern die These, daß die Panik bei pavor nocturnus nicht primär Folge eines konflikthaften Inhalts sei, sondern aus den physiologischen Reaktionen bei Spannungen zu erklären sei, Spannungen, die sekundär psychisch bearbeitet werden. Er vertritt also eine mehrdimensionale Betrachtungsweise. Zwar liegen auch nach Stern durchaus psychische Inhalte konflikthafter Art vor, die sich in der Panikattacke Luft machen. aber die spezifische Symptomatik ist erst dadurch zu erkläre