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Mein Ziel ist, den Psychoanalytikern für die Konzeptualisierung der Motivation einen Weg anzubieten, der die duale Triebtheorie ersetzt, während er allen Phänomenen Rechnung trägt, die diese zu erklären half.
Ende Mai/Anfang Juni 1991 nahm der Verfasser der vorliegenden Schrift in
Dreieich bei Frankfurt am Main am 2. Internationalen Selbstpsychologie-Symposium teil und stellte dort seine Arbeit in der Psychoanalyse dar. Wenn auch das Thema der Tagung »Sexualität und Aggression« lautete und Lichtenbergs Vortrag den Titel trug »Haß im Verständnis der Selbstpsychologie«, schien es sein Hauptanliegen zu sein, seine im Laufe langjähriger Erfahrung in der Ich-Psychologie und Selbstpsychologie erarbeitete Motivationstheorie zu vermitteln. Lichtenberg ist überzeugt, daß die Psychoanalyse in Zukunft nur dann eine wesentliche und zugleich realitätsgerechte Rolle in der Behandlung psychisch gestörter Menschen spielen wird, wenn sie ihre Aufmerksamkeit den — anthropolo-gisch betrachtet — eigentlichen Bedürfnissen der Analysandinnen und Analysanden widmet und versucht, auf systematische Art und Weise die Welt aus der Sicht der Hilfesuchenden zu sehen. Dazu benötigt die Psychoanalyse eine Motivationstheorie, die nicht nur dem heutigen Stand unseres Wissens in der Psychoanalyse, sondern auch dem in der Säuglingspsychiatrie, der allgemeinen Entwicklungspsychologie, der kognitiven Theorie, der Affekttheorie, der Verhaltensforschung und der Neurophysiologie entspricht.
Mit Psychoanalysis and Motivation bietet der Verfasser diese Theorie, wenn auch erst ansatzweise, an. Nach Lichtenbergs Auffassung von den Beweggründen menschlicher Aktivität kann man das Wesentliche der Vielfalt der Phänomene, die wir bei Menschen beobachten, nicht auf zwei angenommene Triebquellen reduzieren. Er stellt ein fünfteiliges Motivationskonzept zur Diskussion, das der Beobachtung so nahe wie möglich und somit überprüfbar sei und, wie er hofft, der Mannigfaltigkeit menschliche