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Die Autorinnen setzen sich das ehrgeizige Ziel, für eines der beiden Geschlechter, nämlich für die Frau, den Entwicklungsgang nachzuzeichnen, der nach psychoanalytischer Überzeugung zur Organisation der (unbewußten) Geschlechtsidentität führt. Bereits mit dieser Zielsetzung beginnen die grundsätzlichen Schwierigkeiten, die sich als Frage so formulieren lassen: Was ist Psychoanalyse? Gewiß gibt es viele legitime, durch Methode und Gegenstand ausgewiesene Forschungsstrategien, die mit der Psychoanalyse um Erkenntnis konkurrieren, doch ist es zugleich zulässig, nach dem Spezifikum psychoanalytischer Erkenntnisgewinnung zu fragen. Dies tun auch die Autorinnen, die meinen, die Psychoanalyse sei durch eine spezifische Wahrnehmungseinstellung und durch den damit ermöglichten Gegenstandsbereich (letztlich: unbewußte Phantasien) ausgezeichnet. So läßt sich der spezifische Gegenstandsbereich psychoanalytischer Daten und Aussagen von anderen Forschungsstrategien deutlich abgrenzen. Der psychoanalytische Diskurs bezieht sich auf das Erleben — und zwar vor allem auf die zunächst unbewußten, nur durch eine eigenständige Methodik in Erscheinung tretenden Dimensionen des Erlebens.
Unter dieser Voraussetzung kritisieren die Autorinnen — wie ich meine: zu Recht — jene oft unreflektierten, weil unterschiedliche methodische Ebenen miteinander vermengenden Ansätze, mit denen unter Berufung auf andersartig gewonnene Daten gegen Freuds Theorien über die Organisation der unbewußten weiblichen Geschlechtsidentität polemisiert wird. Der besondere Reiz des Buches liegt also darin, daß hier zwei Psychoanalytikerinnen für Freud und für viele seiner seit Jahren »verschrieenen«, scheinbar mysogynen oder patriarchalisch motivierten Theorien (besonders: die Theorie des Penisneids) auf die Barrikaden gehen und soziologisierende, »feministisch« drapierte gegen Freud geführte Attacken zurückweisen. Außerdem zeigen die Autorinnen an Beispielen aus einschlägigen Texten auch viel plakative Ansprüchlichkei