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Angesichts der Universalität geistiger Ausrichtung im Werk von Dieter Wyss ist man als Leser besonders gespannt, an welchem Punkt der Würzburger Psychotherapeut und Anthropologe in seinem Buch Traumbewußtsein? einsetzt. Es ist nicht, wie man es für einen Psychotherapeuten vielleicht zunächst vermutete, die epochemachende Traumdeutung Freuds oder die kaum weniger bekannte Konzeption Jungs oder der daseinsanalytische Ansatz von Binswanger und Boss,
wovon Wyss ausgeht, sondern es ist die phänomenologische Philosophie Edmund Husserls, von der aus und in Abgrenzung dazu Wyss zunächst sein Konzept des Traumbewußtseins entwickelt. Der eigentlichen Auseinandersetzung im Hinblick auf das Thema geht ein sehr durchsichtiger und deshalb sehr dankenswerter Abriß der Kernpunkte Husserlscher Phänomenologie voraus. Zuerst ist festzuhalten, daß der Traum auf eine Transzendenz des Erlebens verweist, die von fundamental anderer Art ist als die Transzendenz der Außenwelt hinsichtlich eines Egos, wie es die phänomenologische Philosophie begreift. Andererseits entspricht gerade die im Traum wahrgenommene Welt der solipsistischen Welt des subjektiven Idealismus, zu der auch die Phänomenologie rechnet. Im Traum begegnet »Welt als Wille und Vorstellung«. Orientiert man sich dann an dem phänomenologischen Begriff der Intentionalität, ist zu sehen, daß diese, verstanden in ihrer emotionalen Gerichtetheit, im Schlaf nicht zur Ruhe kommt. Als Träumer lebt der Mensch in seinen Entwürfen weiter: »in seinem Hoffen, Fürchten, Hassen, Lieben, Vertrauen oder Mißtrauen«. Die Vielfalt intentionaler Bezüge findet sich indessen nicht nur im Traum fortgeführt, hier erst werden ganz vorrangig ihre potentiellen Bildbezüge frei. Nicht nur darin erweitert sich das Husserlsche Konzept, vor allem geht eine Analyse des Traum-Ichs über das Ego der Phänomenologie insofern hinaus, als es auf eine »tiefere Schicht« menschlicher Existenz verweist, auf einen »vorgegebenen Entwurf allen Entwerfens«, auf eine »Ur-Int