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Die schon von Freud betonte funktionelle Autonomie psychischer Dispositionen und unbewußter Identifikationen gegenüber den Sphären des Politischen und des Ökonomischen ist Ausgangspunkt einer kritischen Sozialpsychologie, die die Modalitäten und Resultate der deutschen Vereinigung zu ihrem Gegenstand macht. Unter Einbeziehung älterer historischer Erfahrungen mit den Deutschen als einer »Wirtschaftsnation« formulieren die Autoren den Verdacht, daß die deutsche Vereinigung unter dem ökonomistischen Vorzeichen der Herstellung gleicher Lebensverhältnisse in Ost und West jene Probleme erneut versiegelt, die sich mit dem intergenerationell vermittelten postfaschistischen Syndrom verbinden. Zum Verständnis des Vereinigungsprozesses und der durch ihn freigesetzten kollektiven psychischen Potentiale ergänzen die Autoren Freuds massenpsychologischen Ansatz um den sozialpsychologischen Entwurf Julia Kristevas, der das Verhältnis von Kosmopolitismus und Nationalidee thematisiert.