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Donald Meitzers Buch fällt durch Titel und Untertitel auf. Beide markieren seine Andersartigkeit im Vergleich zu den zahllosen Einzelarbeiten zu diesem Themenkreis in den letzten 44 Jahren. Es ist mehr ein großer Wurf als eine grundlagenwissenschaftliche Detailabhandlung. Das Buch ist auch anders als vorliegende deutsche Übersetzungen zusammenfassender und einigermaßen vollständig das bisherige psychoanalytische Wissen über die Traumlehre widerspiegelnder Bücher, etwa Leon Altmans funktionspsychologisch-medizinalisiert wirkende Praxis der Traumdeutung (1975) oder Ella Sharpes Traumanalyse (1937), die Analytiker-Generationen still inspiriert hat. Schon im englischen Sprachraum legte ihr Nachweis, daß die Traumarbeit und die grammatische Struktur der Sprache derselben Ordnung folgen, die Grundlage dafür, daß die Psychoanalyse die Grenzen ihrer selbstgewählten psychiatrischen bzw. medizinischen Isolation überschreitet und Kontakt zu den kulturwissenschaftlichen Disziplinen sucht. Nachdem im deutschen Sprachraum Ernst Blochs Versuch (1959), den Traum gegen seine Deuter zu verteidigen, von den verstörten und unvorbereiteten deutschen Analytikern nicht aufgegriffen worden war, unternahm die Literaturwissenschaftlerin Elisabeth Lenk (1983) mit ihrem dichten und teils verwirrenden Buch Die unbewußte Gesellschaft einen erneuten Vorstoß. Lenk machte den Versuch, den Traum im Gegensatz zu den medizinisch-psychologischen Traumauffassungen als ästhetisches Phänomen zu betrachten und seine mimetischen Sprachformen aufzuzeigen — ein Versuch, der hoffentlich nicht zu abseits für eine neue Generation von arbeitszeit- und versorgungsbewußten Krankenkassenpsychoanalytikern ist. Schon Fritz Morgenthalers ästhetisch gleichsinniger und um seinen Stil des Aufspürens von Identifizierungen im Traum bereicherter Entwurf Der Traum (1986), exemplifiziert an einer atemberaubenden Re-Evaluierung von Freuds »Traum als Beweismittel«, blieb ein Torso ohne größeren Einfluß. Auch andere anregende Tra