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In seiner Monographie stellt Stavros Mentzos seine psychodynamisches Paradigma psychiatrischer Krankheitsbilder vor. In 7 Kapiteln umreißt er zuerst schizophrene Psychosen, dann affektive, schließlich schwere Persönlichkeitstörungen und thematisiert am Ende die Beziehung von intrapsychischem und institutionellem Zwang.
Er greift damit das gewichtige Thema der Psychotherapie der Psychosen auf, das mit dem Fortschritt der biologischen Psychiatrie in den letzten Jahrzehnten eher in den Hintergrund gedrängt worden war. Im psychiatrischen Alltag wird aber zunehmend deutlich, daß die biologische Psychiatrie besonders bei der konkreten Arbeit mit psychotischen Patienten viele Leerstellen zeigt, die Mentzos den Ausgangspunkt vorgeben, nach dem Wieso, nach dem psychoanalytischen Verstehen der psychotischen Dynamik zu fragen.
Mit seinem Buch gibt der Autor weder den großen theoretischen Entwurf oder die synthetisierende Zusammenschau noch den empirisch-wissenschaftlichen Beweis; vielmehr versucht er mittels seiner Überlegungen, plastischer Falldarstellungen und langjähriger klinischer Erfahrungen von der Bedeutung psychoanalytischer Modelle in der Psychiatrie zu überzeugen. Angesichts der Unverrückbarkeit der verschiedenen psychiatrischen Weltbilder und der Unmöglichkeit, psychodynamische Psychiatrie in einem vergleichbaren Umfang wie biologische Psychiatrie qua reproduzierbarem Experiment beobachtbar zu machen, schützt diese Bescheidenheit vor Einseitigkeit und eröffnet den Weg zu einem integrativen Modell psychotischer Erkrankungen. Da ein solches nicht nur psychogenetische und psychodynamische sowie sozialpsychiatrische, sondern auch deskriptive und biologische Faktoren zu umfassen hat, schlägt Mentzos das Modell der somatopsychischen-psychosomatischen Erkrankungen vor: In Wechselwirkung zwischen biologischer Störung und psychogener Störung, die aus gestörten Beziehungen zu Primär-Bezugspersonen hervorgeht, entstehen in einem lebenslangen Prozeß sowohl sekundäre somatische V