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Es gibt zwei traditionelle Auffassungen der psychoanalytischen Deutung. Die eine, die sich auf Freud berufen kann, faßt die Gegenwart des Subjekts als durch dessen reale Vergangenheit determiniert — es gilt, die wirkliche Geschichte wiederzufinden. Die andere Richtung, die man als hermeneutisch-kreativ bezeichnen kann und auf Autoren wie C. G. Jung und Paul Ricœur zurückgeht, begreift Deutung als einen Vorgang, der einer lückenhaften Vergangenheit ohne Sinn nachträglich eine Bedeutung verleiht. Um diesem starren Dualismus zu entgehen, beschreibt der Autor die Deutung in der Analyse als eine Methode der Dekonstruktion mit dem Ziel, neuen Konstruktionen Raum zu schaffen, die das Werk des Analysanden sind. Im Lichte dieses Ansatzes zeigt sich die Deutung als Ausdruck der Einheit von Zwang (Determinismus) und Freiheit (Hermeneutik).