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Unter dem reißerischen und obszönen Titel »Böse Stiefmutter« erschien im SPIEGEL Nr. 14 vom 30.3.1992 ein Artikel aus anonymer Feder, welcher prätendiert, Fakten und Hintergründe des Streits um »Deutschlands renommierteste Psycho-Zeitschrift« (DER SPIEGEL Nr. 18, 27.4. 1992) darzustellen. Der Artikel, der in seiner einfältigen und polemischen Art seinesgleichen in der publizistischen Landschaft sucht, enthielt so viele Entstellungen, Halb- und Unwahrheiten und war derart tendenziös eingefärbt – von seinem lächerlichen Familialismus und seiner unverhüllten Aggressivität zu schweigen –, daß Herausgeberin und Redaktion der PSYCHE sich veranlaßt sahen, dem Hamburger Nachrichtenmagazin eine Gegendarstellung und Leserbriefe zu schicken, um dem SPIEGEL Gelegenheit zu geben, seinen journalistischen Fehlgriff öffentlich zu korrigieren. Wie beim SPIEGEL freilich nicht unüblich, wurden die Gegendarstellung von Margarete Mitscherlich-Nielsen und der Leserbrief von Hans-Martin Lohmann gänzlich unterschlagen, während die Briefe von Mechthild Zeul und José Antonio Gimbernat zum einen, von Werner Bohleber, Karola Brede, Alfred Krovoza, Christa Rohde-Dachser und Mechthild Zeul zum andern nur unerträglich verkürzt abgedruckt wurden.
In der Zwischenzeit erreichten uns zahlreiche Zuschriften von Leserinnen und Lesern unserer Zeitschrift, die einerseits begrüßen, daß die PSYCHE unter der Herausgeberschaft von Margarete Mitscherlich-Nielsen in bewährter Tradition fortgeführt wird, die aber andererseits beklagen, daß die Gründe und Hintergründe des (inzwischen beigelegten) Konflikts um die PSYCHE für Außenstehende kaum nachzuvollziehen waren. Um diesem Informationsdefizit entgegenzuwirken, haben wir uns entschlossen, die Gegendarstellung Margarete Mitscherlich-Nielsens sowie die vom SPIEGEL nicht bzw. nur verstümmelt publizierten Leserbriefe der Redaktion in voller Länge abzudrucken. Wir hoffen, damit einem verbreiteten Wunsch unserer Leserinnen und Leser nach Aufklärung zu entsprechen. Wa