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Susan Griffins poetische »Reise durch das Labyrinth zu der Höhle, wo sie ihre Vision hat« ist neben Nancy Chodorows Das Erbe der Mütter und Luce Irigarays Das Geschlecht, das nicht eins ist, eines der Bilder weiblicher Diskurse, mit denen die Autorin ihre Expedition in den dunklen Kontinent – fast – beendet. Im letzten Kapitel steht Ödipus erneut vor der Sphinx, und der männliche »Rätselheld« antwortet auf die Frage der Sphinx: »Der Mensch, Mann und Frau«, oder auch »Ich und Du« (S. 279). Diese Antwort eines Mannes könnte der Beginn eines neuen Zugangs zum Geschlechterverhältnis im psychoanalytischen Diskurs sein, eines Zugangs, dem die Reflexion der Geschlechterfrage unter gleichberechtigten Bedingungen eine selbstverständliche Forderung ist. Der Frau und Psychoanalytikerin fällt in diesem Zusammenhang die Aufgabe zu, ihre Subjektwerdung gegen die überkommenen Weiblichkeitsbestimmungen zu suchen und die Beschädigungen, die eine lange Patriarchatsgeschichte im Unbewußten von Frauen hinterlassen hat, aufzuspüren. Das bedeutet den mit Schmerzen und Ängsten verbundenen Abschied von der »töchterlichen Existenz« (S. 280).
Rohde-Dachsers Buch ist eine weit gespannte Auseinandersetzung mit psychoanalytischen Weiblichkeitsentwürfen, eine kritische Bestandsaufnahme und eine Herausforderung für Frauen und Männer, sich erneut auf den Weg zu machen, um die im Patriarchat entstandenen Bilder von Frauen und Männern, die in die Psychoanalyse Eingang gefunden haben, zu überprüfen und zu revidieren.
Ursprünglich wollte die Autorin eine neue psychoanalytische Weiblichkeitstheorie vorlegen. Sie fand jedoch innerhalb der allgemeinen Theorie der Psychoanalyse kaum eine Kategorie, »die nicht in der einen oder anderen Weise die Geschlechterideologie der patriarchalischen Gesellschaft reproduziert hätte, und dementsprechend auch keinen Begriff des »Weiblichen« ohne tiefgehende Verflechtung mit den Denkschablonen des Patriarchats« (S. VII). So entschied sie sich, vor die Revision »eine grundl