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Es geschieht nicht oft, daß ein psychoanalytisches Werk die gewohnten Denkformen sprengt und uns zwingt, Fragen zur Grundlage sowohl der Technik wie der Theorie, sowohl des gemeinen Menschenverstandes wie der Epistemologie, sowohl des Verständnisses des Einzelnen wie der Gesellschaft zu stellen. Was also revolutionär anmuten mag, geschieht indes in einer fragenden Weise, ist in seiner Art still und vernunftgeleitet, wird stets von der klinischen Wirklichkeit, namentlich der intensiv psychotherapeutischen Arbeit mit psychotischen Patienten bestimmt, ist im Vorgehen undoktrinär und eröffnet so immer wieder überraschende Perspektiven auf die Erfassung und Deutung der menschlichen Wirklichkeit: »Ein entscheidender Teil der Arbeit des Psychoanalytikers reicht über das gemeinsame Verstehen (womit eine gemeinsame Basis bereitgestellt wird, die den gegenwärtig geteilten Wirklichkeiten zugrunde liegt) hinaus und ist um ein Erfassen, um die Einbeziehung und um die Erweiterung von Realitätswahrnehmungen bemüht. Wenn der Psychoanalytiker dem Patienten implizit die Bereitschaft vermitteln kann, auch seine eigenen Realitätswahrnehmungen zu erweitern, dann wird sich der Patient in seinen gegenwärtigen wie auch in den sich entwickelnden Welten nicht so alleingelassen fühlen. Dieses Buch beschäftigt