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Verbreitete soziale Krisenerscheinungen wie Arbeitslosigkeit, Wohnungsnot und fehlende Lebensperspektiven reichen nicht aus, um einen aggressiven Nationalismus und die neuerliche Fremdenfeindlichkeit in Deutschland zu verstehen. Während Fremdenhaß und Antisemitismus psychoanalytisch gut erforscht sind, harrt das Phantasma der »Nation« immer noch eines fundierten psychoanalytischen Verständnisses. Anhand einer Fallvignette demonstriert der Autor, daß die Übernahme nationalistischer Ideologien, die vor allem in Deutschland an die alte Vorstellung von der Nation als einem biologischen Organismus anknüpfen können, geeignet ist, dem Ausbruch einer individuellen Neurose vorzubeugen und im Sinne einer »Schiefheilung« (Freud) von Neurosen wirksam zu werden. Das Phantasma der »Nation« öffnet psychologisch einen Raum, in dem der Wunsch nach präambivalenter Verschmelzung mit einem Objekt, das alles Heterogene, Fremde und Autonome abgestoßen hat, an sein Ziel kommt.