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Das Buch enthält sieben Beiträge, die auf einer Tagung des Frankfurter »Arbeitskreises Politische Psychologie« 1988 unter dem Titel: »Psychohistorie und/oder politische Psychologie?« vorgetragen und diskutiert wurden. Das Thema wagt sich an ein sehr umstrittenes Gebiet: die psychologische Erforschung von Motivationen und Verhaltensweisen, die historischen Prozessen zugrunde liegen. Der Band spiegelt die derzeit konfuse Situation. Seine Beiträge versuchen, diese aufzuarbeiten und Standpunkte zu klären. In drei Punkten beziehen sie entschieden Position: in der Verurteilung des theoretischen Fundamentes von Lloyd deMauses psychoanalytischen Politikanalysen als unwissenschaftlich und reaktionär, in der Ablehnung des Täter-Opfer-Modells und in dem Eintreten für eine in der Sozialgeschichte fundierte psychoanalytische Psychohistorie.
H.-J. Busch gibt einen knappen Überblick über die Entwicklung psychoanalytischer historischer Forschungen. Er wendet sich vehement gegen Lloyd deMauses Grundlagen der Psychohistorie und plädiert für eine an Klaus Horn und Alfred Lorenzer orientierte historische Sozialpsychologie, für die er den Begriff »Sozialisations- und Subjektgeschichte« vorschlägt und die er in Ulrike Prokops Buch Lebensentwürfe im deutschen Bildungsbürgertum 1750-1770 beispielhaft verwirklicht sieht.
Probleme ergeben sich regelmäßig bei der Generalisierung von Resultaten aus Einzelfallstudien. Bei der Analyse des autoritären Charakters arbeitete Erich Fromm mit einem typisierenden Charakterbegriff. Wilfried Gottschalch hält,