You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Der biographische Wert der Erinnerungen Heinrich Schliemanns an seine Kindheit ist seit je umstritten. In Anlehnung an W. G. Niederland charakterisiert der Autor diese Erinnerungsleistungen als Hypermnesien und nicht als ex post-Konstruktionen des Archäologen. Darüber hinaus zeigt er, daß ontogenetisch die Realisierungsbedingungen kindlicher Lebensträume mit ursprünglichen Glückserfahrungen, traumatischen Verlusten ohne Zerstörung der psychischen Substanz, Reparationsstrebungen und der Wahrung der Balance von Realitäts- und Lustprinzip sowie der Dialektik von Eros und Thanatos zusammenhängen. Unter Rückgriff auf Freuds Begriff des archaischen Erbes werden sodann die phylogenetischen Bedingungen und deren Verbindung zur Ontogenese namhaft gemacht, um zu verdeutlichen, warum Schliemann, der schon als Knabe Troja ausgraben wollte, diesen Kindertraum später tatsächlich verwirklichen konnte.