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Dieser Bericht eines der letzten Repräsentanten jener Verleger-Persönlichkeiten, die buchstäblich noch versuchten, ihr Verlagsprogramm zu einem Lebenswerk zu machen, spiegelt einen von Brüchen gezeichneten Lebensweg, auf den der 1912 geborene Helmut Kindler etwas skeptisch zurückblickt - und dies nicht im Hinblick auf seine beruflichen Erfolge, sondern im Hinblick auf die in sein Leben eingewobene deutsche Geschichte.
Als Sechzehnjähriger wird Kindler von einem jüdischen Freund zum Eintritt in den »Sozialistischen Schülerbund« bewogen. Kurz vor dem Abitur verläßt er das Gymnasium. Im Künstler- und Intellektuellenmilieu Berlins erlebt er die letzten Jahre der Weimarer Republik. Er bewirbt sich bei Piscator, um Regisseur zu werden, beginnt aber gleichzeitig mit dem Schreiben, das nach 1933 zu seinem Brotberuf wird, in einer Zeit also, die dem Wort Fesseln anlegt.
Als Feuilletonist gelingt es ihm scheinbar, sich in unpolitischen Nischen einzunisten. Doch das Schicksal von Freunden, Bekannten und Kollegen belehrt ihn, daß es in einer totalitären Gesellschaft keine Freiräume gibt, diese allenfalls mit List und Mut zu erkämpfen sind. 1937 eröffnet ihm der Kollege Dr. Raimund Pretzel, nach dem Krieg als Sebastian Haffner bekannt, dessen Buch Anmerkungen zu Hitler Kindler verlegen wird, daß er eine Reise nach London nutzen werde, um ins Exil zu gehen.
Kindler bleibt in Berlin und ist ab 1940 verantwortlich für Erika, die frohe Zeitschrift für Front und Heimat. Er beginnt ein Doppelleben, schließt sich der