You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Über die Frage, wie sich die Institutionalisierung der Psychoanalyse auf diese auswirkt, welche Bedeutung und Konsequenzen es hat, wenn Psychoanalytiker sich in Vereinen organisieren, wird in letzter Zeit heftig gestritten. Der Autor macht zwei Fehler namhaft, denen Analytiker immer wieder verfallen, wenn sie es mit Institutionen/Organisationen zu tun haben: Zum einen neigen sie dazu, Psychodynamik und die Dynamik von Institutionen zu verwechseln, zum andern dazu, eine organisierte Berufsgruppe, wie es Analytiker sind, gleichsam als Familie zu betrachten, bei der man Zuspruch und Entlastung sucht. Um diesem Mißverständnis zu entkommen, plädiert Buchinger für die strikte Trennung zweier sehr unterschiedlicher Realitätsebenen. »Nicht triviale Maschinen« wie psychoanalytische Institute, die sich durch einen hohen Grad an Komplexität auszeichnen, folgen einer Sachlogik, die sich weder psychodynamisch noch familialistisch begreifen läßt. Es gehe darum, in Strukturen denken und handeln zu lernen und nicht nur in Personen und Beziehungen. Im Sinne eines solchen Lernprozesses sei es notwendig, neben der spezifisch psychoanalytischen Selbstreflexion eine eigene organisatorische Selbstreflexion auszubilden.