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Homosexuelle Frauen haben, der psychoanalytischen Theorie zufolge, einen tödlichen Haß auf die Mutter; sie gelten als männlich bzw. phallisch identifiziert; ihnen fehlt eine »normale« Weiblichkeit, und sie können aufgrund ihrer Unreife nicht lieben. Die Autorin kritisiert das Normalitätspostulat reifer, reziproker Heterosexualität und zeichnet anhand der Falldarstellung einer homosexuellen Frau die Struktur einer lesbischen Liebesbeziehung nach: Im angstvoll-erregenden Erleben der Urszene, in der unwillentlichen Teilhabe am elterlichen Beischlaf werden weibliche Wünsche geweckt, die frühe libidinöse Erfahrungen mit der Mutter wiederbeleben. Das Mädchen begehrt die Mutter, ohne sich mit dem Vater zu identifizieren. In ihren späteren Frauenbeziehungen wendet sie sich der Partnerin nicht als verkappter Mann, sondern als Frau zu. Eine Identifikation mit dem Vater dient der Abwehr gegen den Wunsch und die Angst, sich weiblich zu identifizieren.