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Vor zwanzig Jahren publizierte Alexander Mitscherlich in dieser Zeitschrift eine kleine psychologische Studie zu jenem berühmten Traum des Chemikers Friedrich August Kekulé, welcher der Formulierung der Benzoltheorie unmittelbar vorausging. Kekulés Traum, so Mitscherlich (unter dessen Vorfahren sich namhafte Chemiker finden), müsse als Ausdruck eines verklemmten und unterdrückten Sexualwunsches gedeutet werden. Demgegenüber favorisiert die Autorin eine Deutung, die sich von der suggestiven Kraft des Traumbildes - der Schlange, die sich in den Schwanz beißt - löst und in Kekulés Traumproduktion die psychische Anstrengung erkennt, vom frühen Tod der Ehefrau herrührende latente Schuldgefühle abzuwehren und Gewissensskrupel über die eigene Erfinderleistung zu beschwichtigen.