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Als US-Verteidigungsminister Cheney und Generalstabschef Powell im Golfkrieg ihre Truppen besuchten, gaben sie eine besondere Autogrammstunde, die öfters beschrieben worden ist. Sie signierten einige für den Angriff präparierte Bomben: »Für Saddam, in Liebe«. Das wäre an sich kaum weiter bemerkenswert gewesen; denn jokes dieser Art gehören nun einmal zum Repertoire eines gewissen Landsknechtswitzes. Die besondere Pointe der Geschichte lag nur darin, daß wenig später zwei Laserbomben des handsignierten Typs einen Bunker zerstörten, in dem Hunderte von Zivilisten umkamen. Sozusagen als Stellvertreter, als Fehladressaten erhielten sie eine »special delivery«, die »in Liebe« für einen ganz anderen Empfänger bestimmt war.
45 Jahre früher waren einige Vorgänger von Cheney und Powell womöglich noch witziger gewesen, die historische Pointe noch böser. Die beiden Bomben nämlich, mit denen Hiroshima und Nagasaki zerstört wurden, waren »in Liebe« auf die Namen »little boy« und »fat man« getauft worden. Und der Hiroshima-Pilot Oberst Tibbets hatte seine Maschine »in Liebe« »Enola Gay« genannt — nach dem Namen seiner Mutter. So konnte sie über Hiroshima noch einmal einen »kleinen Jungen« gebären, auf daß viele andere Kinder samt ihren Eltern starben. Zuvor war konsequenterweise auch schon der »Vater aller Gnade« von dem einsegnenden Militärgeistlichen »in Demut und Liebe« für die »Mission« angerufen worden. Zum Dank für deren reibungslosen Erfolg gab es dann die üblichen Gottesdienste, als Belohnung für die Flieger ein Festessen und einen Technicolor-Film mit Sonja Henie unter dem Titel »It's a pleasure«.
Die Kriegführung ist in diesen 45 Jahren noch sachlicher, noch seelenund körperloser geworden, als es schon bei Hiroshima der Fall war. Unverändert geblieben - also angesichts der technischen Entwicklung immer weiter von der Realität entfernt - ist die Mentalität von Menschen, deren monströser Witz und psychische Regression mit der von ihnen besorgten Vernichtung eine böse Mesall