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Die Mitglieder der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft (DPG) sind über die Gewalttaten gegen Ausländer und Asylsuchende in Deutschland tief erschüttert. Sie bekunden mit den Opfern dieser Verbrechen ihr Mitgefühl. Sie sind empört über die Schändung jüdischer Friedhöfe und Gedenkstätten und besorgt über den Rassismus und die Intoleranz, die in der Vergangenheit die Menschen in Deutschland und in ganz Europa in tiefstes Unglück gestürzt haben.
Als Ausdruck der Solidarität unterstützen Mitglieder der DPG die Arbeit mit Ausländern und Asylanten durch eine Spende für den Verband der Ausländerinitiativen in Deutschland. Zugleich erklären sie ihre Bereitschaft, Betreuer von Ausländern bei ihrer Arbeit durch kostenlose Beratungen zu unterstützen.
Die Deutsche Psychoanalytische Gesellschaft fordert vom Staat Entschlossenheit, mit einem angemessenen Einsatz der bestehenden rechtlichen Mittel Leben und Sicherheit aller in Deutschland lebenden Menschen zu schützen. Unsicherheit und Unentschlossenheit fördern Unklarheit und damit die Eskalation der Gewalt.
Gewaltbereitschaft beruht auf einer geringen Toleranz gegenüber eigener und fremder Aggressivität. Viele der gewalttätigen jungen Menschen stammen aus Familien, in denen sie Gewalt als selbstverständliches Mittel der Konfliktlösung erlebt haben. Viele waren Opfer erzieherischer Gewalt. Den meisten ist es fremd, Spannungen als Ausdruck von Ängsten und Konflikten zu begreifen. Mit Angriffen auf Schwächere verschaffen sie sich das Gefühl von Stärke, hinter dem sich Selbstunsicherheit verbirgt.
Die Zunahme von Radikalismus und Gewaltbereitschaft macht es deshalb notwendig, auch die Entwicklungsbedingungen der Kinder zu überdenken. Anstelle von einseitigem Konkurrenz- und Leistungsdenken, das die Schwächeren ausgliedert und Intoleranz fördert, muß die gegenseitige Verantwortung die Grundorientierung der Erziehung sein. Erzieherinnen und Erzieher, u.a. die Lehrer, müssen unterstützt werden, differenziert auf individuelle Krisen un