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Freuds kulturdiagnostische Schrift von 1930 dient dem Autor als Ausgangspunkt für sozialpsychologische Hypothesen, die das abstrakte biologistische Triebkonzept des späten Freud - den Antagonismus von Eros und Thanatos - hinter sich lassen, um zur historisch-gesellschaftlichen Konkretion eines aktuellen Unbehagens in der Kultur vorzustoßen. In Anlehnung vor allem an die Arbeiten Klaus Horns und Alfred Lorenzers wird ein solches Unbehagen als das Resultat mißlungener Vergesellschaftungsprozesse von innerer Natur, als Ausdruck beschädigter Subjektivität begriffen. Wie schon Freud spekuliert auch Busch auf die Chance der Ausbildung einer »konstitutionellen Intoleranz« nicht nur gegen den Krieg im traditionellen Sinne, sondern auch gegen jenen Krieg, der die Menschheit heute am meisten bedroht: den technisch-industriell geführten Krieg gegen die natürlichen Lebensgrundlagen der Gattung.