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Der Autor macht gegen Freuds Verständnis von Kultur geltend, daß dieses sowohl funktionalistisch als auch individualistisch verengt sei, und bezeichnet dafür Freuds »methodologischen Hobbesianismus« als verantwortlich. Freuds Kulturbegriff operiere mit der Annahme von Trieben, die topisch unterhalb und zeitlich vor der kulturstiftenden Tat liegen. Demgegenüber hebt Schmid Noerr hervor, daß Freud solche Einstellungen letztendes nur wieder in kulturellen Kontexten beschreiben kann. Daraus folge, daß Kultur nicht erst als normative Instanz den Trieben gegenüberstehe, sondern als soziale Organisation semiotischer Systeme auch die in den Trieben inkorporierten emotionalen Bedeutungsgebungen reguliere.