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Anknüpfend an Alexander Mitscherlichs sozialpsychologische Diagnose der vaterlosen Gesellschaft (1963), spannt der Autor den Bogen seiner Überlegungen zurück zu Sigmund Freuds Totem und Tabu (1912/13), das den Ursprungsmythos der Kultur erzählt. Das sich stets wiederholende Mißlingen von Kultur, ihren Rückfall in Mord und Barbarei bringt Heim in Zusammenhang mit der Dialektik aller Aufklärung, mit der offenbar unvermeidlichen Ambiguität jeglichen Gattungsfortschritts. Versprechen der Vatermord und der Eintritt in die vaterlose Gesellschaft einerseits die Emanzipation von mythischen Gewalten, so sorgen unbearbeitete Schuldgefühle andererseits dafür, daß jene Gewalten virulent bleiben und periodisch ihr mörderisches Unwesen treiben. Erst wenn es gelänge, die Symbolisierung des gemordeten Vaters in den säkularisierten Äquivalenten des Totems zu Ende zu bringen und den kulturschaffenden Ödipuskomplex der Urzeit in die versöhnenden Gestalten von postödipalem Überich und Ichideal münden zu lassen, verlöre die vaterlose Gesellschaft den Schrecken ihrer Zweideutigkeit.