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Seit dem Fall der Mauer und dem Kollaps der realsozialistischen Diktaturen sind alte Gespenster wieder aufgetaucht, die wir längst totgeglaubt hatten: Aggressive Nationalismen, deren Existenz jahrzehntelang verleugnet worden ist, und ein gewalttätiger Fremdenhaß, der sich zu offener Mordlust steigert, beherrschen die europäische Bühne. Solche beunruhigenden Phänomene können Beland zufolge nur dann mit Erfolg gebannt werden, wenn es individuell wie kollektiv gelingt, den psychischen Mechanismus der Projektion des eigenen Bösen auf das Fremde dadurch außer Kraft zu setzen, daß wir, im Sinne Melanie Kleins, die depressive Position erreichen, d. h. eine höhere Schuldtoleranz erwerben. Dies sei die zentrale Utopie des europäischen Humanismus.