You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Vor dem Hintergrund des Strukturalismus und der Theorie Lacans vom »Mord an der Sache« entwickelt die Autorin eine Symbolisierungsebene für den verschwindenden bzw. immer schon verlorenen mütterlichen Körper, den sie – als Parallele zur kulturstiftenden Bedeutung des toten Vaters – als Metonymie für das jenseits der Geschlechterfrage angesiedelte, geschlechtslose Reale des Todes sieht. In einer Interpretation des in Jenseits des Lustprinzips beschriebenen Garnrollenspiels von Freuds Enkel Ernst, Sohn seiner kurz nach dieser Beobachtung verstorbenen Tochter Sophie, enttarnt Bronfen dieses »nicht gelesene« Paradigma des abwesenden Körpers der Mutter, indem sie ein unheimlich anmutendes Wechselspiel von Anwesenheit und Abwesenheit des mütterlichen Körpers entfaltet: seine symbolischen Wiederholungen durch das Kind, Substitution durch Errichtung von Selbstrepräsentanzen, Überlagerung durch den toten ödipalen Vater und schließlich Wiederkehr der Mutter in der Fußnote über Sophies Tod.