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Ausgehend von der Überzeugung, daß es innerhalb der Psychoanalytikergemeinschaft ein kollektives geschlechtsspezifisches Unbewußtes gibt, welches latente Regeln im psychoanalytischen Diskurs festlegt, haben die AutorInnen in einem mehrjährigen Forschungsprojekt Fallschilderungen aus psychoanalytischen Fachzeitschriften systematisch daraufhin untersucht, inwieweit sie jenen latenten geschlechtsspezifischen Regeln folgen. Untersucht wurde, in welcher Art und Weise männliche und weibliche Analytiker in ihren veröffentlichten Texten »Mutter« und »Vater« verwenden und wie häufig und mit welchen Konnotationen sie Begriffe benutzen, die im Wortumfeld von »Mutter« und »Vater« auftauchen. Dabei traten signifikante Unterschiede zwischen Männern und Frauen zutage, die die Annahme eines kollektiven geschlechtsspezifischen Unbewußten fundieren. Die AutorInnen kommen zu dem Schluß, daß dieses Unbewußte in die psychoanalytischen Behandlungen einfließt und zu unbewußten Gegenübertragungsreaktionen führt, die nicht bearbeitet, sondern agiert werden.