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Der 1990 gestorbene Soziologe Norbert Elias, dessen einflußreiche Zivilisationstheorie ihren Ausgang u. a. von Freuds Kulturtheorie nimmt, hat die Frage nach dem Wirken persönlicher Faktoren auf sein Werk stets für belanglos erklärt. Aber wie im Falle von Künstlern, etwa dem von Leonardo da Vinci, ja wie bei Freud selber, ist es auch bei Elias legitim, jenen infantil-unbewußten Inhalten und affektiven Kraftquellen nachzuspüren, welche die enorme wissenschaftliche Kreativität Elias' stimuliert und, wie immer sublimiert, im Werk ihren Niederschlag gefunden haben. Ausgehend von der Beobachtung, daß das gelungene wissenschaftliche oder künstlerische Werk eine Synthese von Es-, Ich- und Überich-Kräften, von Affekt, Wissen und Gewissen darstellt, zeigt der Autor, daß zentrale Themen von Elias - Engagement und Distanzierung, Etablierte und Außenseiter, Zurückdämmung von Aggression im Prozeß der Zivilisation, Interdependenz der Individuen - frühen Erfahrungen geschuldet sind, die er für die Ausarbeitung seines Werkes fruchtbar zu machen vermochte.