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Mit diesem Buch wird ein Psychoanalytiker geehrt, der ehemals Leiter der Poliklinik im Berliner »Göring-Institut« war und wegen seines Widerstandes gegen die Nazis am 13. Mai 1943 durch das Fallbeil hingerichtet wurde. Über Rittmeister und das Berliner Institut ist in der Psyche berichtet worden; nach Rittmeister ist das psychoanalytische Institut in Kiel benannt.
Dies ist nun das zweite Buch, das ein Wort von ihm im Titel trägt, nachdem die merkwürdige Weise, auf die das Leben hier weitergeht, schon als Titel des Dokumentenbandes zum internationalen psychoanalytischen Kongreß in Hamburg 1985 diente. Man muß der Herausgeberin Christine Keller ganz außerordentlich danken, daß sie diese Dokumente zugänglich gemacht hat; aber Dank gebührt auch dem Verlag, der sich nach einem von den Nazis ermordeten jüdischen Dichter und psychisch Kranken benannt hat, ein Name, der zugleich Eingedenken wie Programm ist.
Rittmeister hat während seines Gefängnisaufenthaltes auf schmalem Papier mit Bleistift eine Besinnung auf sein Leben vorgenommen, die viele psychoanalytische Themen behandelt. Er versucht, selbstanalytisch die durch die Haft unterbrochene Analyse bei Werner Kemper fortzusetzen, erinnert sich an den Krebstod der Mutter, den Selbstmord der Schwester und des Vaters und wärde sich, was durch die Umstände verwehrt ist, gerne zurückblickend mit dem Bruder verständigen. Die Frage, die ihn durchgängig beschäftigt, ist, wie er aus der von neurotischen Hemmungen erzwungenen kontemplativen Geistigkeit zur Aktivität kommen könne. Und dabei tritt ihm immer wieder Giordano Bruno, jener von der Inquisition im 17. Jahrhundert hingerichtete mutige Aufklärer vors Auge, über den Rittmeister schon als 15jähriger Schüler einen langen Aufsatz verfaßte. Die Anlehnung an ihn und verwandte Geister, vor allem Descartes, hat ihn an der Aufgabe der Selbstvergewisserung des eigenen Ichs in der Haft nicht verzweifeln lassen. Mut kam von dort, aus der Philosophie, während er die Analyse bei Kemper zurü