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Bücher zu schreiben, die den Charakter einer Einführung haben, gehürt in jeder Wissenschaft mit zum schwierigsten Metier. Entweder vereinfachen Autoren die Thematik so sehr, daß die Darstellung trivial oder gar falsch wird, oder die Darstellung gerät unter dem Druck, sich als Vereinfacher unter den Fachkollegen blamieren zu können, unversehens doch wieder zu anspruchsvoll. Dem Züricher Psychoanalytiker Heinz Müller-Pozzi, in den letzten Jahren den Lesern der
Psyche vor allem durch seine Aufsätze zur globalen Identifikation bekanntgeworden, ist eine Einführung in das psychoanalytische Denken gelungen, die diese anspruchsvolle Bezeichnung wirklich verdient. Ausgehend von der psychoanalytischen Situation entfaltet er im ersten Teil des Buches systematisch die zentralen Entdeckungen Freuds: die Grundregel, die gleichschwebende Aufmerksamkeit, die Übertragung, den Widerstand, die Gegenübertragung und die Deutung und Rekonstruktion. Teil 2 bis 4 handeln vom Unbewußten und der Sinnlichkeit, von der frühen Triangulierung und der ödipalen Situation und von zwei Ebenen der Konfliktverarbeitung, die anhand der Abwehr mittels Verdrängung und mittels Spaltung entstanden sind. Dabei gelingt ihm eine überzeugende, schulenübergreifende Integration von klassischer Triebtheorie und neueren Theorieansätzen, die stärker den Beziehungsaspekt und die Entwicklung des Selbstwertgefühls betonen. Die Erfahrungen, die ein Kind im Umkreis des ödipalen Erlebens macht, bleiben ein wichtiger Bestandteil der kindlichen Entwicklung und damit auch der klinischen Betrachtung, aber für Müller-Pozzi sind sie nur im Zusammenhang mit den vorausgegangenen Entwicklungsschritten angemessen zu begreifen.
Die Stärke diese Buches liegt auch in seiner Anschaulichkeit. Gegenüber den eher hölzern wirkenden Fallbeispielen eines Charles Brenner muten die den theoretischen Text immer wieder auflockernden Vignetten von Müller-Pozzi wie Ausschnitte aus dem wirklichen Leben an. Die im Kapitel über die psychoanalytisch