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Herausgeber und Autoren legen eine Arbeit vor, in der erstmals in deutscher Sprache ein zusammenfassender Überblick über »psychoanalytische Aspekte von Führung und Organisation im Unternehmen« (Untertitel) gegeben wird. Ziel ihrer Unternehmung ist es, sowohl das Verständnis und die Kompetenzen des Managements um psycho- und soziodynamische Zusammenhänge zu erweitern als auch der Psychoanalyse einen Zugang zum Bereich der Arbeit und der betrieblichen Unternehmungen zu eröffnen. Beide Perspektiven bestimmen gleichermaßen die Analyse dieser Zusammenhänge selbst (Wissenschaft, Forschung) wie die Darstellung funktionsverbessernder Interventionen (Beratung, Entwicklungsfürderung etc.) in das konflikthafte und dynamische Handlungssystem Unternehmen.
Anlaß für die Publikation ist die ganz zu Recht von Mertens einleitend konstatierte Tatsache, daß sowohl Institutionen wie Schule, Krankenhaus etc. als auch Familien und Gruppen Gegenstand psychoanalytischer Forschung (und Intervention) sind, wirtschaftliche Organisationen aber, zumindest im deutschen Sprachraum, praktisch nicht. Anders dagegen in England und den USA, wo seit den fünfziger Jahren Ansätze hierzu entwickelt worden sind. So richtet sich die Rezeption ganz überwiegend auf den angloamerikanischen Sprach- und Publikationsraum. Hier haben Psychoanalytiker vor allem aus zwei psychoanalytischen Einrichtungen, dem Tavistock Institute of Human Relations (London) und dem Menninger Center for Applied Behavioural Sciences (Topeka), inzwischen zahlreiche psychoanalytische Interventionen in Unternehmen erprobt, durchgeführt, in Falldarstellungen geschildert, wissenschaftlich ausgewertet und ihr Vorgehen zu bestimmten Techniken elaboriert.
Eine wesentliche Leistung der vorliegenden Arbeit von Lenz, Mertens und Lang liegt darin, in einer, soweit mein Literaturüberblick reicht, sehr werkgetreuen Art und Weise diese bisher geleisteten Arbeiten und ihren theoretischen Kontext in der Psychoanalyse rezipiert und dargestellt zu haben. S