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Wie die Auswirkungen von exzessiven Gewaltdarstellungen in Action- und Horrorfilmen auf die Psyche von Jugendlichen aussehen, ist eine gleichermaßen interessante wie in den letzten Jahren oft diskutierte Frage. Die vorliegende Dissertation mit dem etwas altbackenen Titel »Jugendliche Video-Cliquen« widmet sich ihr auf annähernd dreihundert Seiten. Doch eigentlich ist das schon zuviel gesagt: Vielmehr umgeht sie das Problem bis zum Ende. Falls der Autor dennoch einmal zur Sache kommt, suggeriert er eine in Mode gekommene Verständnisbereitschaft, die seinen eigenen Ansichten und teilweise auch dem Aufbau des Werkes widerspricht.
Die Intention der Arbeit sei eine vorurteilsfreie Betrachtung, »die sich nicht in der isolierten Rezeption willkürlich ausgewählter Filmgreuel erschöpft, sondern nach filmischen Grundmustern (inhaltlichen wie dramaturgischen) der harten Videos fragt und ihre Produktion und Konsumption als Teil eines kulturellen Prozesses begreift.« (S.19 f.) So weit, so gut. Nur hält sich der Autor am allerwenigsten an diese Regeln: Beispielsweise zitiert er sowohl vor als auch nach diesem Statement die Inhaltsangaben aus den greulichsten Filmen, noch dazu an einer strategisch wichtigen Stelle, ziemlich zu Anfang des Buches. Die Darstellung der Einbettung dieser Szenen ist aber nirgends zu finden, genau so wenig wie ein auch nur annähernder Versuch, die Filme in ihrer Struktur aufzuzeigen. Erst dann könnte man ja in einem zweiten Schritt sich klar machen, was die Jugendlichen damit anfangen können. Anders gesprochen: Wenn von vornherein deutlich