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Vamik D. Volkan schildert ausführlich eine von ihm mit einem Borderline-Patienten durchgeführte Behandlung. Er verbindet theoretische Erwägungen mit anschaulichen Verlaufsschilderungen aus der intensiven fünfjährigen Einzelbehandlung eines zu Therapiebeginn fast 60jährigen Geschäftsmannes.
Bemerkenswert ist sicher - da gebe ich Ulrich Streeck in seinem Vorwort recht -, daß ein Mann in diesem Alter psychoanalytische Behandlung wünscht und bekommt. Bemerkenswert ist auch die Symptomatik: Der Patient kann nicht alleine schlafen, auf der anderen Seite kann er nie zwei Nächte hintereinander mit derselben Frau verbringen. Als erfolgreicher Geschäftsmann - auf diesem Sektor verursachte ihm seine Pathologie keine Entbehrungen - hatte er immer genügend Geld, Frauen zu finden, die seine Bedürfnisse befriedigten. Bemerkenswert, wenngleich nicht außergewöhnlich, daß Volkan mit dem Patienten eine klassische analytische Behandlung mit vier Stunden pro Woche durchführte.
Volkan verwendet diese Falldarstellung als Beleg für seinen Ansatz, auch mit Borderline-Patienten mit dem klassischen Setting arbeiten zu können und die therapeutische Regression als notwendigen Bestandteil einer psychoanalytischen Behandlung zu fürdern. »Wir zeigen, daß für eine Analyse eines Borderline-Patienten die therapeutische Regression notwendig ist, damit er die Spaltung aus Abwehr aufgeben und zur entwicklungsgemäßen Spaltung zurückkehren kann. So wird der Patient zunehmend lernen, seine Selbst- und Objektrepräsentanzen zu integrieren« (S.11).
Die Fallschilderung benutzt Volkan auch, um die Phasen einer Borderline- Behandlung, die er in seinem erschienenen Buch entworfen hat, zu untermauern. Zuerst erfolge die Errichtung einer Basis in der Realität, da Borderline-Patienten schon mit starken Übertragungstendenzen die Behandlung begännen (S.105). Die Behandlung beginne zwar in der klassischen Frequenz, aber im Sitzen. Mitteilungen des Analytikers über die weitere Behandlung und ihre Begrenzungen, zum Beispie