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Während die auf direkten Beobachtungen basierende Säuglingsforschung der letzten Jahre die alten psychoanalytischen Theorien einer normalen symbiotischen Phase (Mahler) widerlegt, unterzieht Zuriff diese neuen psychoanalytischen Theorien über den Säugling (NPTS) wiederum einer kritischen Betrachtung. Indem er das Konzept Daniel Sterns zum »Empfinden des Kern-Selbst« und den methodischen Status des Selbstkonzeptes in der frühen Säuglingszeit als Ausgangspunkt wählt, kritisiert der Autor dessen Schlußfolgerungen als ein empirisch nicht belegbares theoretisches Postulat: Während Stern aus der Fähigkeit eines Säuglings, Unterschiede auf der Verhaltensebene wahrzunehmen, rückschließt, daß dieser die Erfahrung eines »Selbst« real mache, argumentiert Zuriff: Aus der Fähigkeit des Säuglings, auf Stimuli zu reagieren, die eine Unterscheidung zwischen Selbst/Anderer anzeigt, lasse sich nicht zwingenderweise ableiten, daß der Säugling ein »Selbst« oder den »Anderen« auch tatsächlich erfährt. Der Autor vertritt die Position, daß der Säugling in der symbiotischen Phase beide Erfahrungen macht und sowohl Grenzenlosigkeit und Verschmelzung erlebe als auch kognitive Unterscheidungen vornehmen könne.