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Zwei Grundfragen durchziehen die Beiträge des Bandes: erstens Überlegungen zu Wandel und Neubestimmung der Gegenübertragung und zweitens die Frage nach der präformativen Bedeutung der frühen Kindheit. Unter dem Stichwort der Gegenübertragung stehen die emotionale Korrespondenz der analytischen Beziehung und »irrationale Reaktionen« (S. 232) beider Beteiligten im Vordergrund. Wenngleich die Einwände gegen Freuds Ausgangsposition (Gegenübertragung als zu beherrschender Störfaktor) keineswegs neu sind, so ist doch festzustellen, daß sich diese nun zu einem Grundkonsens verfestigt haben und weiter systematisiert werden. Während Freud 1913 noch meinte: »Man muß also seine Gegenübertragung jedesmal erkennen und überwinden, dann erst ist man selbst frei«, hat sie jetzt - so Eickhoff - »die explizite Aufgabe, durch die Wahrnehmung der eigenen gefühlshaften Antwort auf den Patienten einen zusätzlichen Zugang zum Verständnis der unbewußten seelischen Vorgänge des Patienten zu erschließen« (S. 231). Die Selbstanalyse der Analytiker erscheint damit als »indirekter kurativer Faktor par excellence« (S. 232)
Die zweite Fragestellung, die nach der Bedeutung der frühesten Kindheit, ist mehr auf pathologische Zustandsbilder der Analysanden und Analysandinnen bezogen. Das zentrale Thema hier sind Traumatisierungen in der frühen präödipalen Mutter-Kind-Dyade. Vorrangige theoretische Bezugspunkte sind neben den Arbeiten von Freud die Werke von Klein, Bion und Winnicott; der Schlüsselbegriff - und darin liegt die Verbindung zur Reflexion der Gegenübertragung - ist der der projektiven Identifizierung als einer Verstrickungsform, die den »Rezipienten wirklich verändert, sodaß er das Projizierte als meinhaft erlebt« (S. 232). Der Begriff der projektiven Identifizierung erscheint jedoch mitunter etwas überstrapaziert. Zumindest wenn man in Betracht zieht, daß er nicht nur einen interaktionellen Vorgang beschreibt, sondern daß damit auch ein umfassendes