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Der auf Sinti und Roma gerichtete Fremdenhaß ist in der Psychoanalyse kaum untersucht worden. Der Autor nähert sich dem Thema, indem er, unter Heranziehung von Freuds Arbeit über das Unheimliche und Fenichels Arbeit über den Antisemitismus, den Umschlag von Fremdenangst in Fremdenhaß analysiert. Ähnlich dem Antisemitismus gründe »Antisintismus« - so argumentiert der Autor unter Berücksichtigung der im Prozeß der westlichen Zivilisation unterschiedlichen Gewichtung von Antisemitismus und Antisintismus - auf der Projektion unannehmbarer Selbstanteile. Während aber die unbewußten Phantasien des ödipalen Hasses des Antisemiten sich auf die Welt der jüdischen Väter und Vätersöhne richteten, die den zivilisatorischen Fortschritt repräsentieren, gelte der gegen die Kosten dieses Fortschritts sich wendende Haß im Falle der Sinti und Roma denjenigen, die den Prozeß der Zivilisation und das in ihm vorherrschende Realitätsprinzip angeblich unterliefen.