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Titel und Untertitel dieses Buches liegen ganz im Trend gegenwärtiger Filmprogramme. Dem dürften Marketing-überlegungen zugrunde gelegen haben, und sie scheinen aufzugehen. Wir, die Leser, sollen teilhaben dürfen an »gefesselten Leidenschaften und geFährlichen GeFählen«; ein lehrreicher Lesegenuß wird uns da versprochen, mit einem Hauch - oder mehr - von Skandal; und wer könnte dieser Verlockung leicht widerstehen? In elf »Portionspackungen«, sprich Fallvignetten, darunter einer historischen über Friedrich Schiller, soll dem allgemeinen Publikum, aber auch dem fachlich vorgebildeten Leser eine neue Sichtweise der Perversion vermittelt werden.
Das Buch ist flüssig, geradezu flott geschrieben. Zwar ist zu merken, daß da nicht ein durchgängiges Werkkonzept zugrunde gelegen hat, daß vielmehr einzelne Versatzstücke separat erarbeitet und nachher etwas gewaltsam zusammengefügt wurden. Auch mag die Ko-Autorschaft dem Autoren(ehe)paar ungewohnt gewesen sein, daher vielleicht die etwas umwegige Selbstreferenz der Erstautorin auf »die Psychoanalytikerin Ingrid Koesters«. Beides fällt jedoch kaum ins Gewicht gegenüber der ausgeprägten Fähigkeit der Autoren zur anschaulichen und eingängigen Darstellung komplizierter psychologischer Sachverhalte. Da wird Schwieriges in einfachen Worten verständlich gemacht, da werden Fallgeschichten lebendig in einer Darstellung, die sich aufs Wesentliche konzentriert. Die Prozesse der Selbsterkundung und Selbstwandlung im Verlauf der psychoanalytischen Therapie werden einFählsam und spannend zugleich beschrieben. Da zeigt die Psychoanalytikerin Koesters, was sie kann. Vor allem ihre eigenen Fallgeschichten dürfen und sollen wohl auch fachlich-kritisch gelesen werden, was hier auch heißt: methodenkritisch.
Die plakative Vereinfachung hat, neben ihren großen Vorteilen für die populärwissenschaftliche Darstellung, auch ihre Tücken. Sie zeigen sich zum Beispiel da, wo Sadismus als typisch für die männliche, Masochismus als typisch für die weibliche P