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Vor einigen Jahren wurde in Budapest die Sándor-Ferenczi-Gesellschaft gegründet; ein Ausdruck der politischen Befreiung Ungarns, des Aufblühens der Psychoanalyse dort und des Impulses, den Propheten heim ins eigene Land zu holen. Anlaß der Konferenz war Ferenczis 120. Geburts- und 60. Todestag. Doch wichtiger ist sicher, daß durch die Veröffentlichung des Klinischen Tagebuchs und des ersten Bandes des Freud-Ferenczi-Briefwechsels eine Ferenczi-Renaissance beginnt und - vor allem in den USA - sein persönliches Schicksal und seine Arbeiten breit diskutiert werden (Aron und Harris, 1993). Die Konferenz versuchte eine Bündelung der derzeitigen Diskussion und Forschung rund um Ferenczi zu erreichen, was in hervorragender und oft aufregender Weise gelang. Der Statistik der Veranstalter zufolge waren 79 Teilnehmer aus 21 Ländern angereist, 38 davon als ReferentInnen - darunter viele bekannte Namen vor allem aus den USA, Frankreich und Italien, dem deutschsprachigen Raum und Ungarn.
Da mein Bericht nur eine subjektive Auswahl aus den Plenarvorträgen und Arbeitsgruppen treffen kann, hier zunächst ein Überblick über die Thematik: Am ersten Tag eine Auseinandersetzung mit der »Sprachverwirrung« zwischen Ferenczi und den heutigen Psychoanalytikern, mit der Einschätzung seiner technischen Arbeiten, seiner Sprachtheorie und seiner Rezeption in den verschiedenen psychoanalytischen Weltkulturen. Am zweiten Tag »Der weise Säugling« - über Ferenczis Bedeutung für die Kinderanalyse, seine Traumatheorie und ihre klinischen Implikationen, und über biographische und sozialpsychologische Fragen. Am dritten Tag eine Diskussion über die mutuelle Analyse und die Selbstoffenbarung des Analytikers gegenüber dem Analysanden, über ihren Wert für die heutige Behandlungspraxis und ihren Zusammenhang mit der Gegenübertragung. In Budapest gibt es hervorragende Restaurants, und eine Spezialität auf der Speisekarte sind ungarische Gänse und insbesondere Gänseleber. Die Assoziation einer gut gestopften