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»Mein Leben und meine Erinnerungen sind geätzt von den Schwaden der Zerstörung.« Dieser Satz Hans Keilsons (S. 104) gilt für einen großen Teil der acht Selbstdarstellungen, die im ersten Band eines von Ludger Hermanns größer angelegten Projekts erschienen sind. Seit vielen Jahren ist es in der englischen und amerikanischen psychoanalytischen Gesellschaft üblich geworden, ältere Kollegen in Interviews über ihr Leben und insbesondere über die von ihnen erlebte Geschichte der Psychoanalyse zu befragen. Diese werden archiviert und stehen dann der Forschung mit unterschiedlichen Restriktionen zur Verfügung. Hermanns geht mit seinem Vorhaben weiter, wobei er sich auf eine Tradition berufen kann, die mit Sigmund Freuds Selbstdarstellung aus dem Jahre 1925 in der achtbändigen Medizin der Gegenwart in Selbstdarstellungen beginnt. In den siebziger Jahren hat Pongratz diesen Gedanken in einem mehrbändigen Werk mit Selbstdarstellungen aus Psychiatrie und Psychotherapie fortgesetzt. Auch sie sind zu einer unschätzbaren Quelle geworden. Neben der Einrichtung eines Archivs zur Geschichte der Psychoanalyse, das Hermanns wesentlich mitbetrieben hat, sorgt er nun durch eine gezielte Anfrage bei älteren deutschsprachigen Analytikern (i. S. Anna Freuds) dafür, daß wir die Lebensgeschichten in der jeweils vom Berichteten gewünschten Form mitgeteilt bekommen. Da nur noch wenige von ihnen praktizieren, ist das für die Analyse notwendige Abstinenzgebot vernachlässigbar. Da es sich bei den meisten um Verfolgungsschicksale handelt, ist es gut nachvollziehbar, daß erst zum jetzigen Zeitpunkt Veröffentlichungen möglich sind. Verfolgte Analytiker achteten früher sehr darauf, daß ihre Analysanden von diesem Wissen freigehalten wurden, damit sich nicht unüberwindliche Schwierigkeiten, besonders bei der Bearbeitung negativer übertragungsaspekte, ergaben, da ein solches Wissen zu einer Aggressionshemmung führen kann. Auch nicht verfolgte Analytiker, die Nazigegner waren, entschlossen sich zur Mitar