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Martin Kuster hat am Psychoanalytischen Seminar Zürich im Wintersemester 1991/92 unter dem provokanten Titel »Abgenagt und aufgelöst. Über die Endlichkeit der Psychoanalyse« einen Vortragszyklus veranstaltet. »Eingeladen… waren aus Frankreich eine Philosophin, herausragende Freudkennerin, sowie eine philosophiekundige Analytikerin, welche - über Foucault - die Psychoanalyse auf ihren Ereignischarakter hin befragt; der Italiener zeigt aus wissenschaftstheoretischer Sicht Sackgassen auf, in welche die Psychoanalyse hineingezogen worden ist, und ein deutscher Analytiker beschäftigt sich mit dem Zerfall der Freudschen Lehre in den psychoanalytischen Institutionen. Demgegenüber könnte man die Referate der Mitglieder unseres Zürcher Seminars vielleicht am ehesten als lacanianisch, aufklärerisch, mantisch und genealogisch kennzeichnen« (S. 8). Kuster hat denn auch den ReferentInnen »Masken« zugschrieben und sie damit sozusagen tendenziös in die Pflicht genommen.
Ich habe mit skeptischer Neugier zu dem Buch gegriffen. Sollten bei meiner Absicht, es zu besprechen, gar pharisäische Motive mitgespielt haben, haben diese bald Respekt und Sympathie für eine wohlfundierte, ebenso vielfältige wie differenzierte Auseinandersetzung mit der Psychoanalyse in postmoderner Zeit Platz