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Eine Studie über Freuds »dritten Schritt in der Trieblehre« im Rahmen Lacanschen Denkens hat bei dem neuerdings gewachsenen Interesse an Freuds letzter Lehre von Eros und Todestrieb einen nicht unwichtigen Stellenwert für die psychoanalytische Theoriebildung und Praxis. Hier ist gleich eine Einschränkung und Präzisierung notwendig. Eros war in der psychoanalytischen Diskussion seit Freud kaum je ein Thema, und so erscheint dieser Begriff im Buch Boothbys ausdrücklich nur etwa zwei bis drei Mal, er wird vertreten durch das »Begehren« (désir), hingegen der Begriff des Todestriebs (Boothby zieht »death drive« dem von Strachey gewählten »death instinct« vor) fast auf jeder Seite. Der Todestrieb gilt als »die krönende Entdeckung der Psychoanalyse« (S. 223).
Eros oder der Lebenstrieb hat zur Aufgabe, zusammenzubinden und Einheiten zu bilden. Lacan interpretiert Bindung als rein psychologische, nicht, wie Freud, als kosmische Kraft, bedeutungsvoll allein für die Struktur und Konflikthaftigkeit des Ichs. Dem Ich stehen die nicht im Ich repräsentierten und deshalb nicht »gebundenen« Triebe als ungebundene Triebenergien gegenüber, vom Ich ausgeschlossen. Diese Triebe bedrohen das Ich mit Desintegration und »Tod«, machen das Ich zur Angststätte. »Tod« ist nicht der Tod des Organismus, sondern die Auflösung der Struktur des Ichs. Der Todestrieb ist damit die Kraft der ungebundenen, körperlich fundierten Triebenergien des Es schlechthin. Der ständig drohende Einbruch dieser Energien - Lacan ersetzt das dafür stehende Es Freuds durch den Begriff des Realen - bereitet den Weg für das Symbolische; für Lacan ist das vor allem die Sprache, paradigmatisch das Zur-Sprache-Kommen im psychoanalytischen Prozeß. Sprache ist nicht etwa der Gegensatz zu einem Sprachlos-unbewußten, vielmehr hat das Unbewußte selbst die Struktur von Sprache. Sprache löst in bestimmten Grenzen den Konflikt zwischen den Trieben und dem Ich. Lacan ist der »Avatar … der Interpretation« (S. 107).
Das Lacansche Konzep