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Etwa 80 Jahre nach dem Psychoanalytischen Kongreß in Nürnberg 1910 gibt Jörg Wiesse aus der Nürnberger DPG-Arbeitsgruppe einen Band heraus, in dem einflußreiche Autorinnen und Autoren aus DPV und DPG die Geschichte der 1910 begonnenen Institutionalisierung der Psychoanalyse nachzeichnen und interpretieren.
Johannes Cremerius und Wiesse schildern in ihren Aufsätzen die Gründung der
Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung 1910. Cremerius zitiert Freud: »Die Form einer offiziellen Vereinigung hielt ich für notwendig, weil ich den Mißbrauch fürchtete, welcher sich der Psychoanalyse bemächtigen würde, sobald sie einmal in die Popularität geriete. Es soll dann eine Stelle geben, welcher die Erklärung Zustände: mit all dem Unsinn hat die Psychoanalyse nichts zu tun, das ist nicht die Psychoanalyse« (S. 36 f.). für Cremerius beginnt das Elend der psychoanalytischen Institutionen bereits mit der Gründung: »Es wurde hier nämlich nicht nur eine wissenschaftliche Vereinigung gegründet, sondern auch die »Psychoanalytische Bewegung«, ein Organ, das machtpolitische Interessen verfolgen sollte« (S. 36). Cremerius gibt zu verstehen, Adler und Bleuler hätten sich von der Psychoanalyse distanziert, da es ihnen um wissenschaftliche Freiheit gegangen sei (S. 37f.). Ferner habe Freud im Falle der Liebesbeziehung zwischen Jung und Spielrein seine Prinzipien im Interesse der Macht geopfert (S. 39).
Karen Horneys kurzer Aufsatz »Zur Organisation«, den sie 1930 zum zehnjährigen Jubiläum des Berliner Psychoanalytischen Instituts schrieb, schildert die damaligen Berliner Ausbildungsrichtlinien. Im Dienste der Sache der Psychoanalyse müsse man die persönliche Eignung der Ausbildungskandidaten prüfen, eventuell diese erst nach einer Probeanalyse zulassen.
für Cremerius entwickelte sich diese Eignungsprüfung im Rahmen der obligatorischen Lehranalyse zu einem Unterwerfungsritual, damit zu einer unanalytischen Praxis, verständlich nur auf dem Boden des Machtanspruchs der IPV. Er zitiert Hans